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Start Wissenswertes Pflanzenfresser Meerschweinchen

Das Meerschweinchen

 

 

PLACE-Regel

Kontraindizierte Antibiotika, v.a. bei per-os-Einsatz:

Penicillin, Lincomycin, Ampicillin, Amoxicillin,

Cephalosporine, Clindamycin, Erythromycin

 

 

Meerschweinchen

 

Unsere Hausmeerschweinchen (Cavia aperea) gehören zur Ordnung der Nagetiere (Lagomorpha) und stammen vom südamerikanischen Wildmeerschweinchen ab. In freier Natur leben Meerschweinchen in Familienverbänden und fressen v. a. Gräser und Pflanzen. Sie werden bereits seit über 3000 Jahren als Haustiere gehalten und in unterschiedlichen Fell- und Farbvarianten gezüchtet.

 

Größe & Gewicht: Rasseabhängig ca. 20 bis 36 cm Körperlänge bei 0,6 bis 1,5 kg Die Männchen (Böckchen) werden größer und schwerer.

 

Lebenserwartung: 6 bis 10 Jahre

 

Geschlechtsunterschiede: Beim Weibchen liegen Harn-, Geschlechts- und Analöffnung dicht beieinander und bilden ein “Y“; beim Böckchen sind Penis und Analbereich weiter auseinander und bilden ein „i“. Beim unkastrierten Böckchen sind die Hoden zu sehen.

 

Aktivität: Meerschweinchen sind dämmerungs- und tagaktiv.

 

Klima: 18 bis 24 °C. Temperaturen über 28 °C sollten vermieden werden.

 

Verhaltensgerechte Unterbringung: Meerschweinchen sind sehr soziale Tiere und dürfen niemals allein gehalten werden. Möglich ist eine paarweise Haltung, ideal sind jedoch Gruppen mit mehr als drei Tieren. Neben der Haltung eines oder mehrerer Weibchen mit einem (kastrierten) Männchen sind auch reine Weibchengruppen möglich. Die früher übliche Vergesellschaftung von Meerschweinchen und Kaninchen wird heute aus Tierschutzgründen abgelehnt.

 

Für zwei Tiere sollte die Gehegegröße mind. 120 x 60 x 50 cm (Länge x Breite x Höhe) betragen, wobei für jedes weitere Tier die Grundfläche um mindestens 20 % vergrößert werden sollte. Da Meerschweinchen leicht erschrecken, sollte das Gehege an einer möglichst ruhigen Stelle stellen. Ausreichende Rückzugsmöglichkeiten (Meerschweinchen liegen gern allein) in Form von Unterschlüpfen und Holzhäuschen (jeweils mindestens eines pro Tier, mit Ein- und Ausgangsind wichtig. Auch Röhren, flache Rampenund erhöhte Ebenen werden gerne angenommen. Nagematerialien (z.B. Naturäste) sorgt für Beschäftigung. Als Bodengrund eignet sich weiche Kleintier- oder Hanfeinstreu.

 

Bewegungsbedürfnis: Meerschweinchen brauchen täglichen Freilauf. Dabei müssen alle potentiellen Gefahrenquellen, wie beispielweise Elektrokabel, Zimmerpflanzen oder andere Haustiere sowie das Nageverhalten der Tiere berücksichtigt werden.

 

Auch eine ganzjährige Außenhaltung ist möglich, wenn ein ausreichend großer, frostfreier Schutzraum vorhanden ist. Alternativ können die Tiere auch stundenweise in ein geschütztes Freilandgehege verbracht werden. Mindestens die Hälfte des Geheges muss im Schatten liegen und ausreichende Unterschlupfmöglichkeiten sowie Futter und Wasser zur Verfügung stehen. Sollen die Tiere auf einer Grasfläche gehalten werden, müssen sie vorher vorsichtig an dieses Futter gewöhnt werden.

 

Ernährung: Meerschweinchen sind reine Pflanzenfresser und besitzen einen komplizierten Verdauungsapparat. Um Verdauungsprobleme zu vermeiden, müssen Meerschweinchen daher artgerecht ernährt werden. Am wichtigsten ist sauberes Trinkwasser und gutes Heu. Heu soll ständig in einer Futterraufe zur Verfügung stehen, da die Tiere rund um die Uhr viele kleine Portionen fressen. Es fördert zudem die Abnutzung der lebenslang nachwachsenden Zähne. Zu einer gesunden Ernährung gehört zudem mindestens zweimal täglich eine gemischte Portion Frischfutter, aus Gräsern oder, wenn diese nicht zur Verfügung stehen, Salaten, Paprika und anderen Gemüsen und/oder geringen Mengen Obst. Mischfutter oder Pellets (beides möglichst getreide-, zucker- und calciumarm) und andere Leckerbissen sollten nur in geringen Mengen (1 Eßl. pro Tier und Tag) aus der Hand angeboten werden, um Übergewicht, Zahn- und Verdauungsprobleme zu verhindern. Unbekannte Futtermittel dürfen anfänglich nur langsam und in geringen Mengen (kleine Streifen) gefüttert werden, damit keine Verdauungsstörungen entstehen. Dies gilt insbesondere für frisches Gras beim Eingewöhnen in die Außenhaltung. Da Meerschweinchen kein Vitamin C bilden können, kann neben Frischfutter bei Bedarf auch eine ergänzende Gabe von Vitamin C sinnvoll sein.

 

Pflege: Futter- und Trinkwassergefäße sowie Kot- und Urinecken müssen täglich, das Gehege und die Einrichtung mindestens einmal wöchentlich gründlich gereinigt und ggf. desinfiziert werden.

 

Der allgemeine Gesundheitszustand der Tiere muss täglich, Gewicht, Fell, Krallen und Fußsohlen, Schneidezähne und die Afterregion mindestens einmal wöchentlich (bei Außenhaltung täglich) kontrolliert werden. Häufige Krankheitsanzeichen bei Meerschweinchen sind Futterverweigerung, Gewichtsverlust, Haut- und Fellveränderungen, Durchfall und  Aufblähungen. Bei Auffälligkeiten muss der Tierarzt hinzugezogen werden.

 

Zu lange Krallen sind zu kürzen. Eventuelle Korrekturen der Zähne darf nur der Tierarzt durchführen. Langhaarmeerschweinchen benötigen eine regelmäßige Fellpflege.

 

Achtung: Meerschweinchen können Hautpilze übertragen. Gründliches Händewaschen nach jedem Kontakt schützt zuverlässig.

 

Eingewöhnung und Umgang: Meerschweinchen sind von Natur aus scheu und benötigen viel Geduld, um zahm zu werden. In den ersten Tagen benötigen sie daher viel Ruhe, um sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Ein Futterwechsel sollte erst langsam nach der Eingewöhnung erfolgen. Durch Gabe von kleinen Futtermengen aus der Hand kann der Halter dann das Vertrauen der Tiere gewinnen. Ob sich die Tiere wohl fühlen, kann man an der „Sprache“ der Meerschweinchen erkennen, wobei hohes Pfeifen ein Zeichen für Aufregung ist (Stress, Angst, Futter), tiefes „Glucksen“ hingegen auf Zufriedenheit hindeutet.

 

Zum Hochheben hält man die Tiere mit einer Hand vorsichtig unter dem Brustkorb, während die zweite Hand am Hinterteil unterstützt. Die Tiere sind für Kinder ab 8 Jahren unter Aufsicht der Eltern geeignet.

 

Besonderheiten: Zuchtformen wie Nackt- und Baldwin-Meerschweinchen werden als Qualzuchten eingestuft.

 

 

 

Erstausstattung:

 

R Infoblatt - Meerschweinchen

 

großer Käfig/Gehege

 

Häuschen (mit Ein- und Ausgang) und Unterschlupfmöglichkeiten

 

Futternapf u. Wassernapf/Trinkflasche

 

Nagematerial (Naturäste)

 

saugfähige Einstreu (z. B. Späne und Stroh)

 

Heuraufe

 

Heu, Frischfutter und rohfaserreiches, getreidearmes Meerschweinchenfutter

 

Reinigungs-/ Desinfektionsmittel für den Käfig

 

Literatur über Meerschweinchen

 

 

 

Die vorliegenden Informationsblätter ersetzen nicht die Fachliteratur! Weitere Informationen und Fachbücher erhalten Sie bei Ihrem Zoofachhändler.

 

Physiologische Daten
Atemfrequenz: 100-150/min
Körpertemperatur: 37,5 - 39,5 °C
Pulsfrequenz: 150-300/min
Futterverbrauch: 6g/100g KM/d
Wasserverbrauch 5-10ml/100g KM/d
Gewicht:

männlich: 1000-1800g

weiblich:   700-1000g

Lebenerwartung: 6-8 J
Zahnformel:

OK: I1 C0 P1 M3 

UK: I1 C0 P1  M3

Geschlechtsreife:

Männchen: 3 - 10 Wochen

Weibchen 4 - 6 Wochen

Zykluslänge: 15-19 d
Trächtigkeitsdauer:

59-72 d

Wurfgröße: 2-3, Nestflüchter
Absatzgewicht: 150g