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Start Wissenswertes Insektenfresser Igel

Der Igel

 

Kleiner Igeltanrek

 

Die Tenreks oder Tanreks sind eine sehr ursprüngliche Gruppe der Säugetiere, die hauptsächlich in Wäldern und Halbwüsten von Madagaskar vorkommen. In Deutschland wird vor allem der Kleine Igeltanrek oder -tenrek (Echinops telfairi) gehalten. Er ähnelt zwar äußerlich einem Igel, unterscheidet sich aber im Verhalten deutlich. Der Kleine Igeltanrek unterliegt in Deutschland nicht dem Artenschutzrecht.

 

Größe: 14 – 18 cm; 100 – 230 g, Männchen sind häufiger etwas kleiner

 

Lebenserwartung: 7 bis 10 Jahre

 

Geschlechtsunterschiede: Schwierig; keine äußerlich sichtbaren Geschlechtsorgane (Kloake). Geschlechtsreife Männchen zeigen häufig einen verdickten Augenring und sondern in Anwesenheit von Weibchen weißliches Sekret aus den Augen ab (Frühestens ab 3. Lebensmonat).

 

Aktivität: Überwiegend nachtaktiv; suchen tagsüber Schutz in kleinen Höhlen und unter Laub

 

Klima: 24 bis 28 °C, lokal (an der Wärmequelle) bis 35 °C. Zwischen Oktober und März ziehen sich die Tiere zur Winterruhe zurück. Die Temperatur sollte in dieser Zeit allmählich auf bei 18 bis 20 °C abgesenkt werden. Zu hohe oder zu niedrige Temperaturen können den Tieren schaden. Tanreks sind nur eingeschränkt in der Lage, ihre Körpertemperatur konstant zu halten und fallen bei widrigen klimatischen Umständen in eine Torpor genannte Starre, die lebensbedrohlich sein kann. Eine zusätzliche Wärmequelle (schwache Heizmatte und/oder Spotstrahler) wird in den Sommermonaten (März bis Obktober) benötigt.

 

Verhaltensgerechte Unterbringung: Igeltanreks sind von Natur aus Einzelgänger und treffen sich nur zur Paarung, können aber auch paarweise oder im Harem mit einem (kastrierten) Männchen und mehreren Weibchen gepflegt werden; Männchen sind untereinander unverträglich.

 

Für ein bis zwei der kletterfreudigen Tiere sollte das Terrarium mindestens eine Grundfläche von 1 Quadratmeter bei einer Höhe von 1 m aufweisen. Das Gehege sollte an einer möglichst ruhigen Stelle stehen und eine Vielzahl von Rückzugsmöglichkeiten aufweisen. Neben Holzhäuschen eignen sich hierfür ausreichend dimensionierte Korkröhren. Klettermöglichkeiten (Rindenstücke, dickere Äste) und auch ein Sandbad werden von den Tieren gerne genutzt. Als Bodengrund bietet sich weiche Kleintier- oder Hanfeinstreu an, aber auch mit getrocknetem Laub bedeckter Torf ist möglich.

 

Ernährung: Die Hauptnahrung von Igeltanreks besteht aus Insekten und kleinen Wirbeltieren (neugeborene Mäuse etc.). Insekten, wie Heuschrecken, Grillen, Zophobaslarven, Heimchen oder (in geringerer Menge) Mehlwürmern, können lebend oder getrocknet angeboten werden können. Auch spezielle Futtermischungen für exotische Igel sowie hochwertiges Katzentrocken- oder -naßfutter nehmen die Tiere häufig an. Manche Exemplare fressen gerne süßes Obst, allerdings darf dieses nur in geringen Mengen (max. 10 % der Gesamtfuttermenge) gereicht werden, da ein Übermaß zu Durchfällen führen kann. Bei Verzicht auf Obstfütterung sollte das Futter regelmäßig mit einem Vitamin-Mineral-Pulver aufgewertet werden. Auch die gelegentliche Gabe von Regenwürmern, kleinen Gehäuseschnecken, hartgekochten Eiern und Babymäusen ist möglich. Sauberes Trinkwasser muss stets zur Verfügung stehen, auch in den Ruhephasen, ebenso wie Trockenfutter. Da Wassernäpfe häufig mit Einstreu und Kot verunreinigt werden, empfiehlt es sich, die Tiere an eine Nippeltränke zu gewöhnen.

 

Pflege: Futter- und Trinkwassergefäße sowie Kot- und Urinecken müssen täglich, das Gehege und die Einrichtung mindestens einmal wöchentlich gründlich gereinigt und ggf. desinfiziert werden. Dabei wird auch die Einstreu komplett erneuert.

 

Der allgemeine Gesundheitszustand der Tiere muss täglich, das Gewicht möglichst wöchentlich kontrolliert werden. Häufige Krankheitsanzeichen bei Igeltanreks sind Haut- und Fellveränderungen, Schnupfensymptome (aber weißlicher Augenausfluss beim Männchen ist in Anwesenheit von Weibchen normal), Durchfall, Futterverweigerung, Abmagerung, Apathie und Bewegungsstörungen. Bei Auffälligkeiten sollte ein tenrekerfahrener Tierarzt hinzugezogen werden.

 

Eingewöhnung und Umgang: Igeltanreks rollen sich zum Schutz vor Fressfeinden ähnlich wie Igel zu einer Kugel zusammen, werden dem Halter gegenüber aber häufig zahm. In den ersten Tagen benötigen sie viel Ruhe, um sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Ein Füttern aus der Hand sollte unterbleiben, da die Tiere dabei empfindlich zubeißen können.

 

Zum Hochheben nimmt man aufgerollte Tiere vorsichtig mit Schutzhandschuhen auf; zahme Igeltanreks können mit einer Hand vorsichtig von unten gefasst werden.

 

Besonderheiten: Die selten angebotenen, empfindlichen Streifentanreks ernähren sich fast ausschließlich von Regenwürmern und sind nicht für den normalen Privathalter geeignet.

 

Erstausstattung:

 

R Infoblatt – Kleiner Igeltanrek

 

Großes Terrarium

 

Häuschen u. Korkröhren

 

Klettermöglichkeiten

 

Sandbad

 

Futternapf u. Trinknapf/Trinkflasche

 

Einstreu

 

Insekten u. Trockenfutter

 

Reinigungs-/ Desinfektionsmittel für den Käfig

 

Weiterführende Literatur über Igeltanreks

 

  

 

 

 

Die vorliegenden Informationsblätter ersetzen nicht die Fachliteratur! Weitere Informationen und Fachbücher erhalten Sie bei Ihrem Zoofachhändler.