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Start Wissenswertes Getreidefresser Maus

Die Maus

Farbmaus

 

Mäuse sind Nagetiere. Die Stammform der beliebten Farbmaus ist die graue Hausmaus (Mus musculus). Farbmäuse werden in vielen Farben und Fellvarianten gezüchtet.

 

Größe: ca. 7 bis 9 cm bei 25 bis 50 g.

 

Lebenserwartung: 1,5 bis 3 Jahre

 

Geschlechtsunterschiede: Der Abstand zwischen Geschlechtsöffnung und After ist bei der männlichen Farbmaus deutlich größer als beim Weibchen. Bei geschlechtsreifen Männchen sind die Hoden gut zu erkennen.

 

Aktivität: kurze Aktivitätsphasen rund um die Uhr

 

Klima: 18 bis 26 °C. Farbmäuse reagieren besonders empfindlich auf hohe Temperaturen und plötzliche Temperaturschwankungen sowie zu hohe Luftfeuchtigkeit.

 

Verhaltensgerechte Unterbringung: Farbmäuse sind sehr gesellig und dürfen daher niemals einzeln gehalten werden. Neben der Haltung im Harem (ein kastriertes Männchen mit mehreren Weibchen) harmonieren auch reine Weibchengruppen. Männchengruppen sind aufgrund des starken Geruchs und der Gefahr von Rangordnungskämpfen weniger geeignet. Die Vergesellschaftung neuer Tiere in eine bestehende Gruppe gestaltet sich teilweise schwierig.

 

Für eine kleine Gruppe von 4 bis 5 Farbmäusen eignet sich ein Gitterkäfig ab 80 x 50 x 80 cm (Länge x Breite x Höhe), der an einer möglichst ruhigen Stelle ohne Zugluft und direkte Sonneneinstrahlung stehen sollte. Eine erhöhte Aufstellung des Käfigs erleichtert die Beschäftigung mit den Mäusen und schützt sie vor anderen Haustieren. Aquarien oder Terrarien sind nicht geeignet, da die Tiere sehr empfindlich auf schlechte Belüftung und entstehende  Schadgase (Ammoniak) reagieren.

 

Die Einstreuhöhe sollte mindestens 10 cm betragen. Geeignet ist staubarme Kleintierstreu, die mit Heu und Stroh vermischt werden kann. Die Einrichtung muss für die kletterfreudigen Tiere dreidimensional gestaltet sein und die ganze Höhe des Käfigs einbeziehen. Ebenen, Leitern, Kletterstangen, Schaukeln und vielfältige Versteckmöglichkeiten (Häuschen, Röhren) können hierzu eingesetzt werden. Als weitere Beschäftigungs- und Nagematerialien können Naturäste, Papierrollen, unbedrucktes Papier und Karton Verwendung finden. Auch ein halbseitig geschlossenes, tierschutzgerechtes Laufrad mit mind. 20 cm Durchmesser und ein Sandbad werden gerne genutzt. Abwechslung ist für die intelligenten Kleinnager extrem wichtig! Um den Erkundungstrieb der kleinen Nager zufrieden zu stellen, empfiehlt es sich die Grundeinrichtung des Käfigs gleich zu belassen, Einrichtungsgegenstände (Kartons, Hängematten, Röhren etc.) aber immer wieder auszutauschen. Zellstoff oder Heu nehmen die Mäuse gerne für den Nestbau an. Futter- und Wassergefäße können auf einer erhöhten Ebene standsicher angeboten werden. Schwere Einrichtungsgegenstände sollten, sicher vor Untergraben, direkt auf der Bodenplatte aufgestellt werden. Laufräder mit offener Sprossenlauffläche, zu kleine oder nicht achsseitig geschlossene Laufräder sowie geschlossene (Plastik-) Käfige und durchsichtige Plastikröhren ohne ausreichende ohne ausreichende Belüftung gelten als tierschutzwidrig.

 

Ernährung: Farbmäuse sind Gemischtköstler. In der Natur fressen sie, was ihnen vor das Mäulchen kommt, also Sämereien, Getreide, Gemüse, Früchte und Insekten. Als Hauptfutter sollte entsprechend täglich eine sämerei- und körnerreiche Trockenfuttermischung gegeben werden. Ihren Eiweißbedarf können die Mäuse durch Gabe kleiner Mengen getrockneter Insekten (Larven, Mehlwürmern) oder Bachflohkrebsen, Katzentrockenfutter, Milchprodukte oder hartgekochtem Ei decken. Abwechslungsreiches Frischfutter (z.B. Gemüse, Obst, Wiesenkräuter) muss täglich angeboten werden. Sauberes Trinkwasser soll stets zur Verfügung stehen. Ölsaaten und Nüsse dürfen nur vereinzelt in sehr kleiner Menge gegeben werden. Zucker- und fetthaltige Leckerlies, wie Joghurtdrops, Nagergebäck und Ähnliches sind nicht zu empfehlen.

 

Pflege: Mäuse markieren ihre Umgebung und haben einen entsprechend starken Eigengeruch. Futter- und Trinkwassergefäße sowie Kot- und Urinecken müssen täglich, das Gehege und die Einrichtung mindestens einmal wöchentlich gründlich gereinigt und ggf. desinfiziert werden. Dabei wird auch die Einstreu erneuert. Da sich Mäuse stark über den Geruchssinn orientieren, kann nach der Reinigung ein kleiner Teil der alten Einstreu in den Käfig zurückgegeben werden.

 

Der allgemeine Gesundheitszustand der Mäuse muss täglich, das Gewicht möglichst wöchentlich kontrolliert werden. Häufige Krankheitsanzeichen bei Mäusen sind Gewichtsverlust, verändertes Fress- und Trinkverhalten, Haut- und Fellveränderungen, Schnupfensymptome, „rote“ Tränen, Apathie sowie Durchfall. Bei Auffälligkeiten muss der Tierarzt hinzugezogen werden. Anfallende Tierartkosten können die Anschaffungskosten der Mäuse weit überschreiten.

 

Eingewöhnung und Umgang: Mäuse sind sehr neugierige, aufgeweckte Tiere und werden recht schnell zahm, wenn man sich täglich mit ihnen beschäftigt. Dennoch benötigen sie zur Eingewöhnung in den ersten Tagen in ihrer neuen Umgebung viel Ruhe. Danach kann der Halter über Leckerbissen Kontakt zu den Tieren aufnehmen und ihr Vertrauen gewinnen. Ein kontrollierter Freilauf auf einem „Mäusetisch“ ist dann bei zahmen Exemplaren möglich. Hierzu wird der Tisch durch das Anbringen einer erhöhten Kante absturzsicher gemacht und mit einer Vielzahl an Spiel- und Versteckmöglichkeiten für die Mäuse interessant gestaltet.

 

Mäuse lassen sich aufnehmen, indem man mit beiden Händen eine Höhle bildet oder sie vorsichtig mit einem dünnen Tuch bedeckt und von oben umfasst (Schultergürtelgriff). Für aggressive Tiere empfiehlt sich zum Fang ein kleiner Transportbehälter. Am Schwanz sollten die Tiere weder festgehalten noch hochgehoben werden. Für Kinder sind Mäuse aufgrund ihrer geringen Größe und ihrer Schnelligkeit erst ab etwa 10 Jahren unter Anleitung der Eltern geeignet.

 

Besonderheiten: Manche Spezialzüchtungen sind  aus Tierschutzsicht sehr bedenklich. „Nacktmäuse“ zählen zu den Qualzuchten. „Tanzmäuse“ haben einen Hirnschaden und drehen sich deshalb. „Locken- oder Rexmäuse“ haben gewellte Tasthaaren und Wimpern, können sich nicht normal orientieren und sind krankheitsanfällig. Mäuse mit gelblicher und rötlicher Fellfärbung neigen zur Fettleibigkeit. Albinos sind sehr lichtempfindlich.

 

(Text erstellt in Zusammenarbeit mit dem BNA)

 

 

Rennmäuse

 

Arten: Neben der Mongolischen Rennmaus (Meriones unguiculatus), die in einem eigenen Steckbrief behandelt wird, werden noch einige weitere Arten der Rennmäuse (Gerbillinae) regelmäßig im Zoofachhandel angeboten, u. a. die aus Nordafrika stammende Fettschwanzrennmaus (Pachyuromys duprasi), die Blasse Rennmaus (Gerbillus perpallidus), die Buschschwanzrennmaus (Sekeetamys calurus) sowie die Persische Rennmaus (Meriones persicus).

 

Größe: Artabhängig, von 10 bis 19 cm (ohne Schwanz).

 

Lebenserwartung: Meist 2 bis 5 Jahre.

 

Geschlechtsunterschiede: Der Abstand zwischen Geschlechtsöffnung und After ist bei männlichen Rennmäusen deutlich größer als bei den Weibchen.

 

Aktivität: Kurze Aktivitätsphasen rund um die Uhr

 

Klima: 18 bis 26 °C. Zu niedrige oder zu hohe Temperaturen und erhöhte Luftfeuchtigkeit können den Tieren schaden.

 

Verhaltensgerechte Unterbringung: Rennmäuse sind sehr gesellig und dürfen – mit Ausnahme der Fettschwanzrennmaus – niemals allein gehalten werden. Da in größeren gemischtgeschlechtlichen Gruppen häufig Unverträglichkeiten auftreten können, ist die Haltung eines Paares (mit kastriertem Männchen) oder von zwei oder mehr Tieren eines Geschlechts empfehlenswert (keine Männchengruppen bei Fettschwanzrennmäusen!). Das Aneinandergewöhnen geschlechtsreifer Tiere gestaltet sich häufig schwierig, daher sollten Gruppen bereits als Jungtiere vergesellschaftet werden. Eine – selbst kurzzeitige – Trennung der Tiere sollte unterbleiben, da dies bei der erneuten Vergesellschaftung zu Problemen führen kann. Bei Fettschwanzrennmäusen gibt es auch in der Natur sehr unverträgliche Exemplare, daher kann bei dieser Art eine Einzelhaltung angebracht sein.

 

Für zwei Rennmäuse der kleineren bis mittelgroßen Arten eignet sich ein Aquarium oder Nagarium der Größe 100 x 50 x 50 cm (Länge x Breite x Höhe) mit einem zusätzlichen Gitteraufsatz von 30 cm Höhe, bei Buschschwanzrennmäusen sollte die Gesamthöhe mindestens 1 m betragen. Für zwei Persische Rennmäuse wird eine Grundfläche von mindestens 0,75 m2 bei einer Höhe von ebenfalls über 1 m benötigt. Der Standort sollte ruhig und frei von Zugluft oder direkter Sonneneinstrahlung gewählt werden. Reine Gitterkäfige sind ungeeignet, da keine ausreichende Einstreuhöhe möglich ist. Rennmäuse benötigen eine grabfähige Einstreu in Höhe von mindestens 20, besser 40 cm. Eine Mischung aus Kleintier- oder Hanfstreu mit Stroh, Heu, Ästen und Pappröhren ist gut geeignet. Rückzugsmöglichkeiten, z. B. Holzhäuschen, sowie weitere Beschäftigungs- und Nagematerialien in Form von Naturästen, unbedrucktem Papier oder Karton erhöhen das Wohlbefinden. Heu und weicher Zellstoff wird gerne zum Nestbau angenommen. Futter- und Wassergefäße können auf einer erhöhten Ebene standsicher angeboten werden. Plastikwasserflaschen müssen gegen Benagen geschützt werden. Eine hervorragende Beschäftigungsmöglichkeit für Rennmäuse ist Futter, das in mit Heu gefüllten Pappröhren o. ä. versteckt ist. Ein Sandbad mit Chinchillasand muss für die Fellpflege zur Verfügung stehen. Es muss darauf geachtet werden, dass alle schweren Einrichtungsgegenstände untergrabsicher, beispielsweise Häuschen direkt auf der Bodenplatte, positioniert werden. Ein im oberen Bereich angebrachtes tierschutzgerechtes Laufrad mit mind. 30 cm (für Persische Rennmäuse mind. 40 cm) Durchmesser oder ein Laufteller wird gerne genutzt.

 

Laufräder mit offener Sprossenlauffläche sowie zu kleine oder nicht achsseitig geschlossene Laufräder gelten als tierschutzwidrig.

 

Ernährung: Rennmäuse sind Gemischtköstler. Ihr Hauptfutter besteht aus kleineren, fettarmen Sämereien und tierischem Eiweiß in Form von z .B. Mehlwürmern, anderen Insekten, getrockneten Bachflohkrebsen, Katzentrockenfutter, Joghurt oder hartgekochtem Ei. Zuckerarmes Frischfutter (z.B. Gurke, Zucchini, Wiesenkräuter; KEIN Obst) sollte täglich in geringen Mengen angeboten werden. Über einen Mineralstein können die Rennmäuse selbständig ihren Mineralstoffbedarf decken. Sauberes Trinkwasser muss stets zur Verfügung stehen. Ölsaaten und Nüsse dürfen nur vereinzelt in sehr kleiner Menge gegeben werden. Zucker- und fetthaltige Leckerlis, wie Joghurtdrops, Nagergebäck und Ähnliches sind nicht zu empfehlen. Rennmäuse betreiben häufig ähnlich wie Hamster eine Vorratshaltung. Diese Stellen sind regelmäßig auf verdorbenes Futter zu kontrollieren.

 

Pflege: Futter- und Trinkwassergefäße sowie Kot- und Urinecken müssen täglich, das Gehege und die Einrichtung mindestens einmal wöchentlich gründlich gereinigt und ggf. desinfiziert werden. Dabei wird auch ein Teil  der Einstreu erneuert. Da sich Rennmäuse stark über den Geruchssinn orientieren, sollte nach der Reinigung ein kleiner Teil der alten Einstreu in den Käfig zurückgegeben werden. Steht den Rennmäusen eine sehr hohe Einstreuschicht zur Verfügung, so kann auch wöchentlich eine Käfighälfte im Wechsel gereinigt werden.

 

Der allgemeine Gesundheitszustand der Rennmäuse muss täglich, das Gewicht möglichst wöchentlich kontrolliert werden. Häufige Krankheitsanzeichen bei Rennmäusen sind Haut- und Fellveränderungen, Gewichtsverlust, Schnupfensymptome, Apathie sowie Durchfall. Bei Fettschwanzrennmäusen zeigt sich ein schlechter Ernährungs- und Gesundheitszustand meist früh am normalerweise verdickten, nackten Schwanz, der dann eingefallen wirkt. Bietet die Einrichtung nicht genügend Abwechslung, so neigen Rennmäuse zu Verhaltensstörungen (Stereotypien) wie beispielsweise stundenlanges Graben in einer Ecke oder Gitternagen. Bei Auffälligkeiten muss ein rennmauserfahrener Tierarzt hinzugezogen werden.

 

Eingewöhnung und Umgang: Die meisten Rennmäuse sind recht neugierig, benötigen jedoch in den ersten Tagen in ihrer neuen Umgebung noch viel Ruhe. Danach kann der Halter über Leckerbissen Kontakt zu den Tieren aufnehmen und ihr Vertrauen gewinnen. Ein kontrollierter Freilauf in der Wohnung ist dann bei zahmen Exemplaren möglich. Dabei müssen sie vor allen potenziellen Gefahrenquellen, wie beispielsweise Elektrokabel, Zimmerpflanzen oder anderen Haustieren geschützt sowie das Nageverhalten der Tiere und deren Geschick, auch in kleinsten Lücken zu verschwinden, berücksichtigt werden. Bei Gefahr können viele Rennmäuse sehr weit springen!

 

Rennmäuse lassen sich aufnehmen, indem man mit beiden Händen eine Höhle bildet oder sie in ein Gefäß (z.B. Transportbox) treibt. Die Tiere dürfen nicht am Schwanz hochgehoben werden! Für Kinder sind Rennmäuse ab etwa 10 Jahren unter Anleitung der Eltern geeignet.

 

Besonderheiten: Die selten angebotenen Fetten Sandratten (Psammomys obesus) gehören ebenfalls zu den Rennmäusen, stellen aber deutlich höhere Ansprüche, insbesondere an die artgemäße Ernährung.

(Text erstellt in Zusammenarbeit mit dem BNA)

 

 

Mongolische Rennmaus

Die Rennmaus (Meriones unguiculatus Syn. Wüstenrennmaus, Gerbil) gehört zu den Nagetieren und kommt ursprünglich in den kargen Steppen und Halbwüsten Asiens vor, wo sie die meiste Zeit in unterirdischen Bauten verbringen. Seit etwa 80 Jahren werden die Tiere in unterschiedlichen Fellfarben gezüchtet.

Größe: ca. 16 bis 23 cm Gesamtlänge bei 70 bis 110 g

Lebenserwartung: 3 – 4 (5) Jahre

Geschlechtsunterschiede: Der Abstand zwischen Geschlechtsöffnung und After ist bei der männlichen Rennmaus deutlich größer als beim Weibchen.

Aktivität: kurze Aktivitätsphasen rund um die Uhr

Klima: 18 bis 24 °C. Zu niedrige oder zu hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit können den Tieren schaden.

Verhaltensgerechte Unterbringung: Rennmäuse leben in der Natur als Paar mit ihren Jungtieren. Sie brauchen einen Artgenossen zum Spielen,  Putzen und Kuscheln und sollten daher nach Möglichkeit nicht allein gehalten werden.  Da in größeren Gruppen häufig Unverträglichkeiten auftreten, ist die Haltung eines Paares (mit kastriertem Männchen) oder von zwei (oder mehr) Tieren eines Geschlechts empfehlenswert. Die Tiere sollten bereits als Jungtiere vergesellschaftet werden. Da sich die Vergesellschaftung geschlechtsreifer Tiere häufig sehr schwierig gestaltet und in tödlich Kämpfen enden kann, sollte sie geübten Haltern überlassen bleiben.

Für zwei Rennmäuse eignet sich ein Terrarium von mindestens 100 x 50 x 50 cm (Länge x Breite x Höhe) mit einem zusätzlichen Gitteraufsatz von mindestens 30 cm Höhe. Der Standort sollte ruhig und frei von Zugluft oder direkter Sonneneinstrahlung gewählt werden. Zum Graben und Anlegen von Gängen benötigen die Rennmäuse einen Tiefstreubereich von mindestens 20, besser 40 cm Höhe. Eine Mischung aus Kleintierstreu gemischt mit Stroh, Heu, Blättern, Ästen und ggf. Karton ist gut geeignet. Die Einrichtung sollte dreidimensional angelegt sein und ausreichend Ebenen bieten. Rückzugsmöglichkeiten (z. B. Holzhäuschen und Röhren aus Holz, Kork und Ton), sowie Beschäftigungs- und Nagematerialien in Form von Naturästen, getrockneten Gräsern und Karton erhöhen das Wohlbefinden. Schlafhäuser werden besonders gern angenommen, wenn sie sich in der Tiefstreu befinden und durch eine Röhre zugänglich sind. Heu und weicher Zellstoff wird gerne zum Nestbau genutzt. Ein Sandbad mit Chinchillasand dient der  Fellpflege und dem Erhalt des Gruppengeruchs.

Futter- und Wassergefäße sowie das Sandbad werden auf einer erhöhten Ebene standsicher angeboten. Schwere Einrichtungsgegenstände müssen untergrabsicher, beispielsweise direkt auf der Bodenplatte, positioniert werden. Ein Laufrad (mit mind. 30 cm Durchmesser) wird gerne genutzt. Laufräder mit offener Sprossenlauffläche sowie zu kleine oder nicht achsseitig geschlossene Laufräder gelten als tierschutzwidrig.

Ernährung: Mongolische Rennmäuse sind Gemischtköstler. In freier Natur ernähren sie sich in erster Linie von trockenen Gräsern, Grassamen, Kräutern, Wurzeln und Insekten. Ihr Hauptfutter sollte daher fettarmen Sämereimischungen mit geringem Geteideanteil bestehen. Zudem sollte täglich eine kleine Menge zuckerarmes Frischfutter (z. B. Gurke, Paprika, andere Gemüse, Wiesenkräuter, KEIN Obst), angeboten werden, idealerweise an einem verletzungssicher angebrachten Spieß. Tierischen Eiweißes wird gelegentlich in Form von z.B. getrockneten Insektenlarven oder Bachflohkrebsen, Katzentrockenfutter oder Milchprodukten zugegeben. Ölsaaten und Nüsse dürfen nur vereinzelt in sehr kleiner Menge gegeben werden. Zucker- und fetthaltige Leckerlies, wie Joghurtdrops, Nagergebäck und Ähnliches sind nicht zu empfehlen. Sauberes Trinkwasser muss stets zur Verfügung stehen.

Pflege: Futter- und Trinkwassergefäße sowie Kot- und Urinecken und das Sandbad müssen täglich, die Vorratskammer und die Einrichtung mindestens einmal wöchentlich gründlich gereinigt und ggf. desinfiziert werden. Da sich Rennmäuse stark über den Geruchssinn orientieren, sollte im Wochenwechsel immer ein Teil der Einstreu ausgetauscht werden und die Gangsysteme im anderen Teil erhalten bleiben.

Der allgemeine Gesundheitszustand der Rennmäuse muss täglich, das Gewicht möglichst wöchentlich kontrolliert werden. Häufige Krankheitsanzeichen bei Rennmäusen sind Apathie, Gewichtsverlust, verändertes Fress- und Trinkverhalten, Haut- und Fellveränderungen (oft im Bereich der Bauchdrüse), Verletzungen sowie Durchfall. Bietet die Einrichtung nicht genügend Abwechslung, neigen Rennmäuse zu Verhaltensstörungen (Stereotypien) wie stundenlanges Graben in einer Ecke, Gitternagen oder Aggressivität. Bei Auffälligkeiten muss der Tierarzt hinzugezogen werden. Tierarztkosten können die Anschaffungskosten der Tiere weit überschreiten. Da bereits eine kurzzeitige Trennung von Partnertieren zu fatalen Kämpfen führen kann, sollte die Gruppe auch auf dem Weg zum Tierarzt nicht getrennt werden. Ist eine Trennung unumgänglich, sollte das getrennte Tier vor dem Zurücksetzen zunächst gründlich mit der benutzten Streu der Gruppe abgerieben werden, um Fremdgeruch zu vertreiben.

Eingewöhnung und Umgang: Mongolische Rennmäuse sind recht neugierig, benötigen jedoch in den ersten Tagen in ihrer neuen Umgebung noch viel Ruhe. Danach kann der Halter über Leckerbissen Kontakt zu den Tieren aufnehmen und ihr Vertrauen gewinnen. Ein kontrollierter Freilauf in der Wohnung ist bei zahmen Exemplaren möglich. Dabei müssen sie vor allen potenziellen Gefahrenquellen, wie beispielsweise Elektrokabel, Zimmerpflanzen oder anderen Haustieren geschützt sowie das Nageverhalten der Tiere und deren Geschick, auch in kleinsten Lücken zu verschwinden, berücksichtigt werden. Bei Gefahr können die Rennmäuse nicht nur blitzschnell verschwinden sondern auch weit springen!

Rennmäuse lassen sich aufnehmen, indem man mit beiden Händen eine Höhle bildet oder sie vorsichtig mit einem dünnen Tuch bedeckt und von oben umfasst (Schultergürtelgriff) oder sie in ein Gefäß treibt. Die Tiere dürfen nicht an Schwanz und Pfoten festgehalten werden, da die Haut abreisen kann! Für Kinder sind Rennmäuse ab etwa 8 Jahren unter Anleitung der Eltern geeignet.

Besonderheiten: Es gibt verschiedene Scheckungen bei Rennmäusen, die z. T. zu nicht lebensfähigen Nachzuchten führen. Manche Zuchtlinien sind anfällig für Epilepsie und gelten als Qualzuchten.

(Text erstellt in Zusammenarbeit mit dem BNA)

 

 

Stachelmäuse

Stachelmäuse kommen mit etwa 15 Arten vom östlichen Mittelmeerraum und dem Nahen Osten bis ins südliche Afrika vor. Häufiger gezüchtet werden z. B. Sinai- (Acomys dimidiatus), Gold- (A. russatus), Nil- (A. cahirinus) und Zwergstachelmäuse (A. spinosissimus). Mit Ausnahme der letztgenannten besiedeln diese Arten trockene Lebensräume. Alle Stachelmäuse zeigen noch typisches Wildtierverhalten und besitzen das namengebende „stachelige“ Borstenhaar am Rücken.

Größe: artabhängig, ca. 17 bis 25 cm Gesamtlänge inkl. Schwanz bei 25 – 40 g

Lebenserwartung: 2 bis 4 Jahre

Geschlechtsunterschiede: Der Abstand zwischen Geschlechtsöffnung und After ist bei der männlichen Stachelmaus deutlich größer als beim Weibchen.

Aktivität: artabhängig, oft mit kurzen Aktivitätsphasen rund um die Uhr

Klima: 22 bis 26 °C, lokal höher. Stachelmäuse reagieren empfindlich auf extrem hohe oder zu niedrige Temperaturen sowie erhöhte Luftfeuchtigkeit.

Verhaltensgerechte Unterbringung: Viele Stachelmaus-Arten leben gesellig und lassen sich in Gruppen halten. Neben reinen Weibchengruppen ist auch die Haltung  eines Männchens mit mehreren Weibchen oder eine Paarhaltung möglich. Um unerwünschten Nachwuchs zu vermeiden, sollte das Männchen kastriert werden. Männchen lassen sich nicht miteinander vergesellschaften. Junge Männchen müssen entsprechend vor Erreichen der Geschlechtsreife von der Gruppe getrennt werden. Die Vergesellschaftung neuer Tiere in eine bestehende Gruppe gestaltet sich häufig schwierig. Konflikte in der Gruppe erkennt der Halter häufig zuerst an Verletzungen der Ohren und des empfindlichen Schwanzes, dessen Haut leicht abreißt oder der von den Tieren komplett abgebissen wird.

Da Stachelmäuse nicht nur ein sehr großes Bewegungsbedürfnis haben, sehr gern in die Höhe klettern und auch springen, ist viel Platz erforderlich. Für zwei Tiere eignet sich ein Terrarium mit Aufsatz, eine Voliere oder ein umgebauter Schrank ab 0,5 m2 Grundfläche (z.B. 100 x 50 cm) bei mind. 100 cm Höhe, wobei für jedes weitere erwachsene Tier die Grundfläche um 20 % vergrößert werden muss. Das Gehege  sollte an einer möglichst ruhigen Stelle ohne Zugluft und direkte Sonneneinstrahlung stehen. Dennoch brauchen Stachelmäuse warme und kühlere Zonen im Käfig. Stachelmäuse sonnen sich teilweise tagsüber gerne unter einer Wärmelampe, die verletzungssicher angebracht sein muss. Die Grundtemperatur kann zudem über eine unter einem Teil des Terrariums angebrachte Heizmatte sichergestellt werden.

Die Einstreuhöhe sollte mindestens 10 cm betragen; geeignet hierfür ist Kleintierstreu, gemischt mit Heu und Stroh, aber auch Mulch und Sand. Die Einrichtung muss für die nage- und kletterfreudigen Tiere die ganze Höhe einbeziehen und sollte so natürlich wie möglich sein. Für die Einrichtung können Ebenen, Äste unterschiedlicher Dicke, getrockente Gräser und vielfältige Versteckmöglichkeiten (Häuschen, Nester, Röhren und Platten aus Holz, Kork oder Ton und anderen natürlichen Materialien) eingesetzt werden. Nur in einem gut strukturierten Gehege können die Stachelmäuse ihre Neugier ausleben und werden zum Bewegen angeregt. Auf ein Laufrad sollte aufgrund der Verletzungsgefahr für den empfindlichen Schwanz verzichtet werden; ausreichend dimensionierte Laufteller werden von den Tieren aber gerne angenommen. Zellstoff oder Heu nehmen die Stachelmäuse gerne für den Nestbau an. Ein Sandbad mit Chinchillasand muss für die Fellpflege zur Verfügung stehen. Futter- und Wassergefäße sowie das Sandbad werden auf einer erhöhten Ebene standsicher angeboten. Schweren Einrichtungsgegenstände müssen untergrabsicher, direkt auf der Bodenplatte aufgestellt werden.

Ernährung: Stachelmäuse sind Gemischtköstler. In der Natur ernähren sie sich von  Sämereien, Körnern und Insekten. Da Stachelmäuse leicht zur Verfettung neigen, sollte als Hauptfutter entsprechend täglich eine Mischung aus fettarmen Sämerreien (Kleinsaatenmischungen) und Körnern gegeben werden. Ihren Eiweißbedarf können die Mäuse durch Gabe kleiner Mengen getrockneter Insekten (Larven, Mehlwürmern) oder Bachflohkrebsen, Katzentrockenfutter oder Milchprodukte decken. Feuchtfutter (z. B. Gemüse, Wiesenkräuter) muss täglich angeboten werden. Sauberes Trinkwasser soll stets zur Verfügung stehen. Ölsaaten und Nüsse dürfen nur vereinzelt in sehr kleiner Menge gegeben werden. Zucker- und fetthaltige Leckerlies, wie Joghurtdrops, Nagergebäck und Ähnliches sind nicht zu empfehlen.

Pflege: Futter- und Trinkwassergefäße sowie Kot- und Urinecken müssen täglich, das Gehege und die Einrichtung mindestens einmal wöchentlich gründlich gereinigt und ggf. desinfiziert werden. Dabei wird auch die Einstreu erneuert. Da sich Stachelmäuse stark über den Geruchssinn orientieren, kann nach der Reinigung ein kleiner Teil der alten Einstreu in den Käfig zurückgegeben werden.

Der allgemeine Gesundheitszustand der Stachelmäuse muss täglich, das Gewicht möglichst wöchentlich  kontrolliert werden. Häufige Krankheitsanzeichen sind Gewichtsverlust, verändertes Fress- und Trinkverhalten, Haut- und Fellveränderungen, Schnupfensymptome, Apathie, Durchfall sowie insbesondere Verletzungen/Veränderungen der Ohren und des Schwanzes. Bei Auffälligkeiten muss der Tierarzt hinzugezogen werden. Anfallende Tierartkosten können die Anschaffungskosten der Mäuse weit überschreiten.

Eingewöhnung und Umgang: Stachelmäuse benötigen zur Eingewöhnung in den ersten Tagen in ihrer neuen Umgebung viel Ruhe. Als Wildtiere bleiben sie auch danach meist scheu und lassen sich zwar beobachten, werden jedoch nicht wirklich zahm und eignen sich daher für Kinder nur zur Beobachtung. Stachelmäuse sollten möglichst nicht mit der Hand gefangen werden, da die Gefahr groß ist, ihren empfindlichen Schwanz zu verletzen. Man treibt sie stattdessen vorsichtig in eine einseitig verschlossene Röhre oder ein durchsichtiges Gefäß (z. B. Transportbox).

Besonderheiten: Innerhalb einer Familiengruppe verhalten sich insbesondere die weiblichen Stachelmäuse sehr sozial. Der für Mäuse ungewöhnlich weit entwickelte Nachwuchs (Nestflüchter) kommt mit der Unterstützung anderer, als Hebammen agierender, Weibchen zur Welt und erkundet – mit Fell und geöffneten Augen ausgestattet – bereits in den ersten Lebenstagen die Umgebung des Nests.

(Text erstellt in Zusammenarbeit mit dem BNA)

 

Physiologische Daten
Atemfrequenz: 84-230/min
Körpertemperatur: 35-39 °C
Pulsfrequenz: 328-780/min
Futterverbrauch: 3,5-4% KGW
Wasserverbrauch 2-3ml/g TS
Gewicht: 10-36g
Zahnformel:

OK: I1 C0 P0 M3

UK: I1 C0 P0  M3

Geschlechtsreife:

28-45d

Trächtigkeitsdauer:

17-24d

Wurfgröße: 1-14, Augen geschlossen
Säugezeit: 21-28 Tage, Gewicht ca. 10g